Nach dem Studium besteht für CVer die gern genutzte Möglichkeit, durch Anschluss an die deutschlandweit bestehenden Altherrenzirkel (AHZ) in einem neuen Wohnort schnell Fuß zu fassen und Freunde zu finden. So erfährt der Gedanke der Cartellbrüderlichkeit seine beste Ausprägung.

Stammtische

Hier in Köln treffen sich die CbrCbr. an folgenden Terminen/Orten:

Mülheim: Jeden 2.Mittwoch im Monat, Gaststätte "BELZ-Bierstuben", Adamstr.1, Tel. 688335
Sülz-Klettenberg: Jeden letzten Dienstag im Monat, 19.00 Uhr, Gaststätte "Tafelwasser"

Ansprechpartner

Als Ansprechpartner für interessierte Cartellbrüder steht gerne und jederzeit bereit:

Fritz Schaarmann
Immanuel-Kant-Str. 3
51427 Bergisch Gladbach
Tel. (02204) 66622

Geschichte des CV-Altherrenzirkels zu Köln

Nach der Besetzung der freien Reichsstadt durch französische Truppen wurde die Kölner Universität am 28. April 1798 durch den französischen Regierungskommisionär geschlossen und 1807 aufgehoben. Bis 1901 gab es kein akademisches studentisches Leben mehr. Nach der Gründung des CV als Reaktion auf den Liberalismus und seiner stark antikatholischen Einstellung trafen sich in Köln wie anderorts CV-Philister an Stammtischen. An diesen Orten sollten die Prinzipien des CV gelebt und übergreifend in die Gesellschaft hineingetragen werden. 1883 gründeten elf Philister den Altherrenzirkel des CV. Es waren Absolventen der Universitäten Bonn, Münster, und Tübingen - Bonner Bavaren, Münsteraner Saxonen und ein Guestfale -. Vorher im Jahre 1878 hatte bereits eine Cartellversammlung des CV in Köln stattgefunden. Für das WS/SS 1883/84 führte das "Centralregister" des Cartellverbandes in seinem "Index Locorum" unter "Cöln" bereits 20 ortsansässige Cartellbrüder auf.

Von seiner Gründung an stand der Zirkel mit den einzelnen Cartellkorporationen in regen Beziehungen. Sein Verhältnis zum KV und zur katholischen Akademikerschaft war ein sehr erfreuliches.

Die erste gedruckte Nachricht vom Kölner AHZ findet sich im "Correspondenz-Blatt" Nr. 48 vom WS/SS 1885/86, der Vorgängerin der heutigen Academia. Im Jahr 1888 wird in der Nr. 3 der Academia von einem großen Cartellabend anlässlich eines Ärztekongresses berichtet.

An allen Veranstaltungen, die das öffentlich katholische Leben in Köln betrafen, beteiligte sich der AHZ; so auch bei der Erhebung des Kölner Erzbischofs Krementz zum Kardinal am 2. Mai 1883.

Die Gründung der Ferienverbindung "Academia" in Köln am 15. Oktober 1897 wurde zu einem besonderen Ereignis. In ihr schlossen sich Philister und studierende CVer zusammen, um in den Hochschulferien den Cartellgedanken und den freundschaftlichen Verkehr zu pflegen und auch um Nachwuchs zu werben. Diese Gründung war von großer Bedeutung für den gesamten CV Westdeutschlands. Von 1898 an veranstaltete die Altherrenschaft mit den Aktiven über Jahrzehnte den alljährlichen Osterdienstagskommers, der zu den glänzendsten Studentenfestlichkeiten gehört und zu dem die katholischen Abiturienten aus Köln und der weiteren Umgebung eingeladen wurden.

Der Weltkrieg 1914-18 brachte eine große Zäsur. Die Altherrenschaft erlitt große Verluste. Das Kaiserreich brach zusammen, die Demokratie war die neue Staatsform. Die Cartellbrüder fanden sich wieder im Altherrenzirkel zusammen. Da trat ein Ereignis ein, das für den gesamten Cartellverband und somit auch für die Kölner Philister bedeutungsvoll werden sollte. Die berühmte "alma mater coloniensis" wurde wiedereröffnet. Aus diesem Anlass fand am 21. Juni 1919 ein Festakt im Kölner Gürzenich statt, bei dem auch der Vorstand des Kölner CV und die KDStV Rappoltstein (Straßburg) vertreten waren. Bereits seit dem 21. Juni 1913 bestand an der Kölner Handelshochschule die einzige katholische Verbindung Rheinland. Seit ihrer Gründung hatte sie freundschaftliche Beziehungen zum AHZ-Köln. Am 5. Juli 1919 wurde sie, freudig begrüßt, in den CV aufgenommen.

Durch ihre Verlegung nach Köln fanden die KDStV Eckart - vorher "Erwinia" zu Straßburg, 1923 die KDStV Asgard zu Düsseldorf, 1923/24 die KDStV Grotenburg zu Detmold ihre neue Heimat. Durch die Neugründung der AV Rheinstein 1926, die Aufnahme der Rheno-Baltia (gegründet 1922) 1929 in den CV wuchs der Altherrenzirkel nochmals und das Zahlenverhältnis an der Universität zu Köln zwischen katholisch-farbentragenden und schlagenden Verbindungen kehrte sich zugunsten des CV um.

Das Leben im Kölner AHZ pulsierte kräftig. Der Osterdienstagskommers wurde immer bedeutender. Die meisten der Kölner Philister gehörten dem AHZ an. Die Mitglieder des AHZ und die CV-Korporationen feierten Ostern 1933 das wohl großartigste Fest aus Anlass des 50-jährigen Bestehen des Zirkels. Dieses Fest war Höhepunkt und Wende zugleich. Der CV wurde durch die Nationalsozialisten verboten und 1938 durch die Gestapo aufgelöst und ihr Vermögen konfisziert.

Der Zusammenhalt unter der Cartellbrüdern wurde weiterhin gepflegt; Tarnnamen, wie z.B. die Karnevalsgesellschaft "Mer blieve zesamme", dienten gesellschaftlichen Zusammenkünften. Zwei Cartellbrüder wurden durch die Gestapo verhaftet, Cbr. Msgr. Dr. O. Müller kam im Konzentrationslager um und Dr. med. Karl Decker wurde in Buchenwald eingeliefert.

Nach dem Krieg, am 22. November 1945, trafen sich bereits 60 Cartellbrüder im Hause Töller. Vorübergehend existierte der AHZ als "Vereinigung alter Studienfreunde". Der Albertus-Club, eine zeitweilige Kooperation von Rappoltstein und Rheinstein, wurde als Nachfolger einer Verbindung von der britischen Militärregierung an der Universität Köln zugelassen. Die anderen Kölner CV-Verbindungen haben ebenfalls unter Tarnnamen als kooperative Mitglieder der KSG alsbald für die Wiederzulassung gesorgt.

Die AV Hansea hatte sich statt in Berlin im WS 1949 in Köln wiederbegründet, was hauptsächlich auf die Initiative des der Rheinstein sehr verbundenen Cbr. Victor Calles zurückging, der ab 1946 in Köln einen sehr starken Hanseaten-Stammtisch gegründet hatte. Die KDStV Bavaria Berlin, die Köln als neues Domizil gefunden hatte, wanderte zu ihrem Ursprung zurück, als in Berlin die Verbindungen wieder zugelassen wurden. Cartellbrüder, die nicht mehr zurückkehren wollten, gründeten in Köln die Rheno-Bavaria. Im Jahre 1952/53 wurde die KDStV Salia zu Breslau Mitglied im Kölner Verband.

Bei all diesen Vorgängen unterstützte die Kölner Altherrenschaft tatkräftig die Verbindungen.

Auf Anregung des AHZ-Phl. XX Dr. Arnold Güttsches ergriff der Zirkel die Initiative zum Zusammenschluss von 21 Altherrenverbänden und zur Wiederbegründung des Cartellverbandes in Mainz. Cbr. Dr. Arnold Güttsches wurde zum AHZ-Phil. X gewählt und nahm danach das Amt des CV-Ratsvorsitzenden ein.

Die Studentenrevolte im Jahre 1968 brachte eine Wende in das akademische Leben. Tradierte Werte wurden infrage gestellt. Nachwuchssorgen breiteten sich aus. Die Vielzahl der gesellschaftlichen Möglichkeiten nahmen zu. Der Osterdienstagskommers wurde längere Zeit nicht mehr gefeiert.

Nach den schwierigen Zeiten zeigte der Kölner Cartellverband seine Kraft. 1978 richtete die KDStV Grotenburg die Cartellversammlung aus, nachdem schon die KDStV Rheinland die ehrenvolle Aufgabe - 1948 für die britische Zone und 1957 für den gesamten CV - hatte. Wie bei den Cartellversammlungen 1878, 1894, 1903 konnten sich die Vororte der bereitwilligen Unterstützung und der Mitarbeit des AHZ-Köln im Ortskomitee erfreuen.

Das 100. Stiftungsfest feierte der AHZ als großer Zirkel im CV mit berechtigtem Stolz 1983 mit einem großen Kommers unter der Leitung von Cbr. Bernd Schäfer, Asg, im Kölner Gürzenich und einem feierlichen Pontifikalamt im Hohen Dom mit den Celebranten S.E. Cbr. Weihbischof Frotz und Cbr. Prior Willehad Eckert. Der AHZ-Vorsitzende Cbr. Dr. Josef Schmitz betonte in seiner Festrede, dass die Zusammenarbeit zwischen AHZ und Verbindungen immer gut war und durch wechselseitige Rücksichtnahme jede Gruppe sich so entfalten konnte, wie sie es für richtig hielt.

Im Jahre 1988 beging die Universität Köln ihr 600-jähriges Jubiläum. Der vorbereitende Ausschuss unter Leitung von Cbr. Dr. Josef Schmitz machte es möglich, dass alle Kölner Korporationen zusammen im Gürzenich einen Festkommers mit 1000 Personen feierten, dem Cbr. Dr. Andreas Herwegh (R-Bl) als Präside vorstand. Erstmals nahmen der Rektor der Universität mit fünf Dekanen sowie der Bürgermeister der Stadt Köln an einer solchen Veranstaltung teil. Der "Kölner Festkommers" im Oktober eines jeden Jahres ist als Nachfolger der Osterdienstagskommerse zur Tradition geworden; ebenso der Herbstball der katholischen akademischen Verbände in der Flora.

Fritz Schaarmann (Hs)
Vorsitzender